Nah am Wasser

4 Okt

Unsere große Emily hat im Moment ihr Lager ganz nah am Wasser aufgebaut. Waren es vor ein paar Tagen noch die wunderschönsten Trotzanfälle mit schreien und wüten bis man blau anläuft, so ist jetzt das Weinen dran und das so herzzerreißend, dass ich jedes Mal vor Mitleid mitheulen könnte. Heute alleine folgende Auslöser für dicke Kullertränen:

Emily findet ihre Angelina Ballerina CD nicht –> dicke Kullertränen
Emily fällt beim Frühstück den Löffel runter –> dicke Kullertränen
Emily hat krumm geschlafen und deshalb und deshalb nackenschmerzen –> dicke Kullertränen
Ich schmiere ihr den Nacken ihrer Meinung nach nicht schnell genug ein –> dicke Kullertränen
Laura schreit im Auto und quiekt so laut, dass sie ihre CD nicht hören kann –> dicke Kullertränen
Ich verbiete ihr bei der Oma fern zu sehen –> dicke Kullertränen
Ich erlaube ihr nur ein kleines Stück Browniekuchen, weil das andere Stück für den Opa ist –> dicke Kullertränen
Im Kindergarten schlägt ihr ein Junge die Tür vor der Nase zu –> dicke Kullertränen

Und ich könnte diese Liste noch weiter führen. Es ist echt schlimm wie sehr sie diese, in meinen Augen, Kleinigkeiten mitnehmen. Und so schleppe ich mittlerweile zig Taschentücherpackungen mit mir herum, damit ich immer zur Stelle sein kann und ihre Tränchen trockne.

Ich weiß, alles nur eine Phase, aber diese Phase geht mir an die Nieren, weil ich nichts schlechter ertragen kann als ein trauriges kleines Mädchen, weil die Mama selber ziemlich nah am Wasser gebaut hat.

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6 Antworten to “Nah am Wasser”

  1. Sabrina 4. Oktober 2012 um 23:19 #

    oje, ich würde glaub ich jedes mal mitheulen :/

  2. engelchenfiona 5. Oktober 2012 um 10:25 #

    ups, aus der sache müsst ihr schnell raus, sonst merkt sie das sie ein neues druckmittel hat
    versuch einfach heiter mit ihr zu reden
    zb. löffel fällt runter und du sagst so was wie, nein diese löffel das sind aber auch freche bengels die flutschen einfach so weg, nicht wahr minchen…und das mit einem breiten lachen im gesicht

  3. evizentrum 5. Oktober 2012 um 21:09 #

    Da haben unsere zwei Großen dieselbe Phase. Feli hat auch die Trotzanfälle gegen Weinanfälle getauscht. Aber es geht ganz gut. Sie will dann kurz in den Arm (ein, zwei Minuten), heult sich aus und sagt dann ganz pragmatisch, sie sei fertig mit Weinen und spielt fröhlich weiter. Das ist ne Marke! Manchmal versucht sie natürlich auch mit gespieltem Weinen irgendwas zu kriegen, aber da beißt sie bei mir auf Granit. Ich nehme ihr Weinen ernst und tröste kurz, aber sage ihr auch bestimmt, dass ich bei meiner Meinung bleibe.

    • Frau Ährenwort 5. Oktober 2012 um 23:59 #

      Wir haben unsere Weinanfälle gerade verfeinert. Es wird gebettelt. So richtig mit bitte, bitte, bitte und einem Augenaufschlag, der sich gewaschen hat 🙂 Und wenn ich dann immer noch nein sage, dann wirft sie sich auf den Boden und ruft ganz theatralisch „Warum nicht?“ Und ich muss mir das Lachen verkneifen 🙂

  4. Blogolade 6. Oktober 2012 um 20:10 #

    uah, ich finde das sehr schwierig. Einerseits dramatisieren Kinder in dem Alter extrem. Sie finden nicht das richtige Maß. Was für uns eine Kleinigkeit ist, wie der runtergefallene Löffel ist für die Kinder ein echtes Drama. Da spielt die Phantasie, ihre Welt die wir nicht sehen können, eine große Rolle. Andererseits merken die Kinder auch schnell, dass sie uns ein bisschen erpressen können mit diesen Tränen. Das Problem ist jetzt, zu erkennen was für das Kind ein „wirkliches“ Drama ist und wann sie es ein bisschen pushen um ihren Willen zu kriegen.

    • Frau Ährenwort 6. Oktober 2012 um 23:17 #

      Klar dramatisieren Kinder in dem Alter. Das ist ihre liebste Beschäftigung 🙂 Ich bleibe da einfach ruhig und rede dann, wenn es mir zu bunt wird, in einem ersten aber noch normalen Ton mit ihr und mache ihr klar, dass wenn sie sich jetzt nochmal auf den Boden wirft, ich einfach aus dem Zimmer gehe und sie dann da liegen bleiben kann wenn sie will, sie aber auch einfach aufstehen kann und wir weiter spielen oder ähnliches. Ich lasse Emi nicht spüren, dass sie mir leid tut. Das wäre ein riesiger Fehler. Aber wenn ich diese innerliche Zerissenheit spüre, dann frage ich mich ernsthaft, was sich die Evolution dabei nur gedacht hat 🙂 Das ist so unnütz wie ein Kropf.

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